HEUTE-Umfrage: Neuer SPÖ-Parteivorsitz

Online-Artikel Heute
Die SPÖ sucht nach dem Babler-Rückzug auf Raten eine neue Person für den Parteivorsitz. "Heute" nahm einige Kandidaten unter die Lupe.
Parteitag im Frühjahr
Ein neuer Parteivorsitzender oder eine neue Parteivorsitzende soll bei einem Parteitag im Frühjahr 2027 gewählt werden. Doch das Interesse hält sich in überschaubaren Grenzen. Die SPÖ hat sich zahlreiche Absagen eingehandelt. So haben auch die beiden Interimsvorsitzenden Philip Kucher und Eva-Maria Holzleitner schriftlich ausgeschlossen, bis über den Parteitag hinaus im Amt zu bleiben.
In den sauren roten Apfel beißen soll jetzt Finanzminister Markus Marterbauer. Er hat bereits zugesat, das Amt des Vizekanzlers von Babler zu übernehmen. Noch kein "Ja" gibt es von ihm für den SPÖ-Chefsessel.
Doch was ist, wenn Marterbauer dabei bleibt? Für diesen Fall hat "Unique Research" für "Heute" die Alternativen abgefragt (500 Österreicher ab 16 Jahren online vom 12. bis 15. Oktober, maximale Schwankungsbreite ±4,4 Prozent).
Das Ergebnis: Für 36 Prozent der Befragten wäre die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures "sehr" oder "eher" für den Vorsitz geeignet. Die Grande Dame der Sozialdemokratie war schon in der Vergangenheit mehrfach als potenzielle Kandidatin im Spiel, unter anderem beim Wechsel von Christian Kern zu Pamela Rendi-Wagner. Sie hatte aber immer wieder abgesagt.
Ausgerechnet dieser Ex-Parteichef Kern ist es auch, der jetzt auf Platz zwei hinter Bures liegt. Ihn halten insgesamt 34 Prozent für geeignet. Ex aequo schafft es demnach auch der frühere Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser aufs Podium. Bemerkenswert: Er verfügt über die meisten "sehr geeignet"- und die wenigsten "überhaupt nicht geeignet"-Nennungen. Aber auch bei Kaiser gibt es das Problem, dass er mehrfach den Vorsitz der Bundes-SPÖ ausgeschlossen.
Bures fast bei allen Nummer eins
Spannend: Bures wäre sowohl für SPÖ-, als auch für ÖVP-Wähler die beste rote Alternative. Bei Anhängern der Roten liegt sie vor Peter Kaiser und der Frauenministerin. Bei den SPÖ-Fans ist Gerhard Zeiler unten durch.
Als beste Alternativen sehen auch die ÖVP-Sympathisanten Bures, Kaiser und Kern. Etwas anders das Bild bei den deklarierten FPÖ-Wählern. Hier heißt das Ranking Kern vor Zeiler und Kaiser. Bures kommt bei ihnen nur auf den vierten Platz.
Wie beurteilt Meinungsforscher und Politik-Experte Peter Hajek diese Ergebnisse? "In der SPÖ warten derzeit alle auf Markus Marterbauer. Sollte er den Parteivorsitz übernehmen wollen, dürfte ihm die Zustimmung sicher sein. Doch was, wenn er sich dazu außerstande sieht? Dann stellt sich die Frage nach der zweiten Reihe", sagt er zu "Heute".
Experte: Kein SPÖ-Kandidat für FPÖ-Wähler attraktiv
"Die Umfrage zeigt, dass Doris Bures und Peter Kaiser die besten Voraussetzungen mitbringen. Beide genießen hohe Akzeptanz unter SPÖ-Wählern und können auch bei ÖVP-Wählern punkten. Die schlechte Nachricht für die Sozialdemokratie: Bei FPÖ-Wählern stößt keiner der möglichen Nachfolger auf nennenswerte Zustimmung. Ein neuer Parteichef allein wird also nicht reichen, um verlorene Wähler zurückzugewinnen."
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Bures wäre für Mehrheit die beste SPÖ-Chefin
Die SPÖ liegt im aktuellen APA-Wahltrend nur noch bei 14,4 %. Dementsprechend wenig Interesse gibt es am Parteivorsitz, den ja der gescheiterte Vizekanzler Babler zurücklegt. Auch Finanzminister Marterbauer hat noch nicht zugesagt. Unique Research hat für „Heute“ die Alternativen abgefragt, falls er nicht zur Verfügung steht. Das Ergebnis: Für 36 % wäre die Dritte Nationalratspräsidentin Bures sehr oder eher geeignet. Damit liegt sie vor Ex- Parteichef Kern und Kärntens Ex-Landeshauptmann Kaiser. Spannend: Bures wäre sowohl für SPÖ- als auch ÖVP-Wähler die beste rote Alternative.
Auftraggeber: HEUTE
Methode: Online-Befragung
Zielgruppe: Wahlberechtigte in Österreicher
Stichprobengröße: 500 Befragte
Maximale Schwankungsbreite der Ergebnisse: +/- 4,4%
Feldarbeit: 12. bis 15. Oktober 2026




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