HEUTE-Umfrage: Verbesserungsvorschläge für das Gesundheitssystem
- 15. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 16. Dez. 2025

Online-Artikel Heute
Wie krank ist unser Gesundheitssystem – und was muss man dagegen tun? "Heute" kennt die Antworten der Österreicher auf diese Frage.
Satte 43,5 Milliarden Euro gab die öffentliche Hand im Vorjahr für das Gesundheitssystem aus. Trotzdem ist dieses System mittlerweile selbst ein Patient. Das beweisen nicht nur lange Wartezeiten , überlastetes Pflegepersonal und der Streit zwischen Bund und Ländern um die Zuständigkeit für die Spitäler. "Unique Research" fragte daher für "Heute“ , welche Verbesserungsvorschläge die Österreicher haben ( 500 online Befragte von 9. bis 11. Dezember, maximale Schwankungsbreite ±4,4 Prozent ). Das sind die Ergebnisse:
Top-Aufreger Wartezeiten
Gleich 49 Prozent der Befragten wünschen sich kürzere Wartezeiten auf Arzt-oder Spitalstermine. Auf Platz zwei folgt mit 47 Prozent ( Mehrfachnennungen möglich, Anm. ) knapp dahinter der Wunsch nach mehr Ordinationen mit einem Kassenvertrag.
Zu wenig Personal
Am dritthäufigsten wurde mit 37 Prozent die Forderung nach einer Aufstockung des medizinischen und pflegerischen Personals genannt. Eng verbunden damit: eine Verbesserung der Bezahlung und der Arbeitsbedingungen für Ärzte und Pflegepersonal (31 Prozent).
Zahlen für Spitalsbesuch?
Patienten sollten für nicht notwendige oder nicht dringende Spitalsbesuche über eine Ambulanzgebühr zur Kasse gebeten werden. Das sagen immerhin 19 Prozent der Österreicher. 18 Prozent wollen eine stärkere Förderung von Vorsorgeuntersuchungen.
Spitalsreform
Dass der Bund die Spitäler im Rahmen einer Reform von den Ländern übernimmt, fordern zwölf Prozent der Befragten.
Wenig Interesse an Online-Medizin
Erstaunlich: Gerade einmal elf Prozent fordern ein besseres digitales Angebot wie etwa Tele-Medizin oder Online-Termine.
Grün-Wähler ticken anders
Für Fans der ÖVP, SPÖ, FPÖ und der Neos hat die Verkürzung von Wartezeiten Top-Priorität. Nur die Grün-Wähler nannten am häufigsten mehr Kassen-Ordinationen.
Grüne und SPÖ für bessere Arbeitsbedingungen
Grün- und SPÖ -Wähler drängen auf bessere Arbeitsbedingungen, mehr Personal und Prävention. Sie denken Reform also vor allem als Stärkung des Personals und der öffentlichen Versorgung.
Schwarz und Blau für Ambulanzgebühr
ÖVP- und FPÖ -Fans sind mehr als andere für eine Entlastung der Spitäler. Für sie braucht es eine stärkere Steuerung der Ambulanzen – und das auch mittels Ambulanzgebühr.
Neos-Fans auf "Modernisierungspfad"
Und die Neos-Wähler wiederum skizzieren einen "Modernisierungspfad" mit Fokus auf Effizienz, Digitalisierung und klare Zuständigkeiten.
Wie beurteilt der Meinungsforscher und Politik-Experte Peter Hajek , der die Umfrage für "Heute" durchführte, diese Ergebnisse? "Die ÖsterreicherInnen wollen kürzere Wartezeiten, mehr Kassenordinationen und mehr Personal – aber es gibt kein frisches Geld im System. Die eigentliche Botschaft der Umfrage lautet daher: Ohne tiefere Strukturreformen wird es diese Verbesserungen nicht geben. Man kann die Ressourcen nur anders verteilen, effizienter einsetzen und Zuständigkeiten neu ordnen – sonst wird man am Status quo verharren."
Bleiben Verbesserungen nur ein Wunsch der Bevölkerung?
Hajek sieht die Politik gefordert: "Die Bevölkerung fordert spürbare Verbesserungen im Alltag, aber die Politik steht vor einer unbequemen Wahrheit: Ohne konkreten Umbau des Systems – Umverteilung, Effizienz, klare Steuerung – bleibt der Wunsch nach 'mehr' im gesundheitspolitischen Wunschkonzert der Bevölkerung stecken."
Online-Artikel Heute
Österreichs Gesundheitssystem kränkelt. Das zeigt eine aktuelle "Heute" -Umfrage. Die SPÖ sagt der "Zwei-Klassen-Medizin" jetzt den Kampf an.
Was muss die Regierung im Gesundheitssystem tun, damit es tatsächlich wieder gesund wird? Das hat "Unique Research" wie berichtet für "Heute" abgefragt. Die Top-Drei-Prioritäten der Österreicher sind die Verkürzung von Wartezeiten auf Arzttermine mit 49 Prozent, die Schaffung von mehr Kassenordinationen (47 Prozent) und mehr Pflegepersonal (37 Prozent). Selbst Ambulanzgebühren für nicht dringende Spitalsbesuche würden 19 Prozent der Befragten begrüßen.
Studie: "Warten oder zahlen" als Grundsatz im Gesundheitssystem
Die SPÖ sieht sich durch die Ergebnisse der Umfrage bestätigt: "Die Daten bestätigen ebenso wie die OECD und der Rechnungshof schwarz auf weiß die Fehler von Schwarz, Blau und Grün", sagt Klubobmann Philip Kucher im "Heute" -Gespräch. Laut einer aktuellen Studie der OECD gilt im österreichischen Gesundheitssystem der Grundsatz "Warten oder zahlen".
Mangel an Kassen- und Hausärzten
Die Studie "Country Health Profile Austria 2025" bezieht sich auf den Zeitraum bis 2024, also den Verantwortungsbereich der Vorgängerregierungen. Der dramatische Befund: Unser Gesundheitssystem ist schlechter geworden. So gebe es zu wenige Kassenärzte , zu wenige Hausärzte, stagnierende Vertragszahlen, überlastete Spitäler und einen unterentwickelten ambulanten Bereich.
Starker Anstieg der Privatkosten
Zudem bemängeln die Experten, dass sowohl die Wartezeiten als auch die Privatkosten stark gestiegen sind. Mittlerweile müssen bereits 16,5 Prozent der gesamten Ausgaben in Österreich privat bezahlt werden. Dieser Wert liegt unglaubliche 50 Prozent über dem EU-Durchschnitt.
"Wenn ein System schlechter wird, liegt es nicht an denen, die darin arbeiten, sondern an denen, die es gestalten", sagt Kucher. "Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger und die vielen anderen Gesundheitsberufe haben nicht schlechter gearbeitet – im Gegenteil. All das ist die Folge falscher politischer Entscheidungen in den vergangenen acht Jahren von ÖVP FPÖ und Grünen."
SPÖ verspricht: Kein Sparen im Gesundheitssystem
Alles, was die aktuelle Regierung mit der SPÖ an Bord tue, verfolge das Ziel, die Zwei-Klassen-Medizin in Österreich zurückzudrängen, betont der rote Klubchef. Denn trotz des enormen Spardrucks würde diese Regierung keinen einzigen Cent bei der Gesundheit sparen. Es werde sogar mehr ausgegeben als je zuvor.
500 Millionen Euro für Gesundheitsfonds
So habe der Nationalrat erst in der vergangenen Woche einen mit 500 Millionen Euro dotierten Gesundheitsreformfonds beschlossen, mit dem die öffentliche Gesundheitsversorgung verbessert werden soll, erinnert Kucher. "Es wird nicht von heute auf morgen gehen. Aber heute gibt es wieder eine Partei in der Regierung, die gegen die Zwei-Klassen-Medizin kämpft."
Print-Artikel Heute
Gesundheit: Das muss Regierung jetzt tun
Lange Wartezeiten, überlastetes Pflegepersonal, Kompetenzstreit zwischen Bund und Ländern: Das Gesundheitssystem ist mittlerweile selbst ein Patient. Unique Research fragte für „Heute“, welche Verbesserungsvorschläge die Österreicher haben.
Top-Aufreger Wartezeiten
Gleich 49 % wünschen sich kürzere Wartezeiten auf Arzt- oder Spitalstermine. Auf Platz zwei folgt beten werden, finden immerhin 19 % der Befragten.
Prävention wichtig
18 % wollen eine stärkere Förderung von Vorsorgeuntersuchungen.
Wenig Interesse an Online-Medizin
Erstaunlich: Nur elf Prozent fordern ein besseres digitales Angebot wie etwa Tele-Medizin oder Online-Termine.
Grün-Wähler ticken anders
Für Fans der ÖVP, SPÖ, FPÖ und Neos hat die Verkürzung von Wartezeiten Top-Priorität. Nur die Grün-Wähler nannten am häufigsten mehr Kassen-Ordinationen.
Bessere Arbeitsbedingungen
Grün- und SPÖ-Wähler drängen auf bessere Arbeitsbedingungen, mehr Personal und Prävention.
Ambulanzgebühr
ÖVP- und FPÖ-Fans sind mehr als andere für eine stärkere Steuerung der Ambulanzen auch via Gebühr
Print-Artikel Heute
Warten oder zahlen beim Arzt: Das plant SPÖ
Österreichs Gesundheitssystem kränkelt. Das belegt eine aktuelle „Heute“-Umfrage, die zahlreiche Verbesserungswünsche aufzeigt. Die SPÖ verspricht Abhilfe, die Ärzte fühlen sich bestätigt.
49 % fordern kürzere zeiten auf Arzttermine, 47 % Wartewollen mehr tionen, 37 % mehr Pflegeper Kassenordinasonal. Selbst gebühren sind für 19 % Ambulanzvorstellbar. Das sind die Ergebnis einer „Heute“-Umfrage von Unique Research.
„Warten oder zahlen“
Laut einer OECD-Studie gilt in Österreichs Gesundheitssystem bereits der Grundsatz „Warten oder zahlen“. „Wir kämpfen dafür, dass endlich wieder die E-Card und nicht die Kreditkarte gilt“, sagt „Heute“.
Kritik an Vorgängern
Er macht falsche Entscheidungen der Vorgängerregierungen für die Verschlechterungen verantwortlich. „Es gibt mit der SPÖ wieder eine Partei in der Regierung, die gegen die Zwei-Klassen-Medizin kämpft.“ Aber Kucher gibt zu: „Es wird nicht von heute auf morgen gehen.“
Kein Sparen bei Gesundheit
Trotz Spardrucks werde von der Regierung kein einziger Cent bei der Gesundheit gespart, betont Kucher. „Im Gegenteil: Es wird mehr Geld ausgegeben als je zuvor.“ So habe der Nationalrat erst vergangene gene Woche einen Gesundheitsreformfonds mit 500 Mio. Euro fixiert.
Ärzte: „Enorme Verschlechterung“
„Bereits die Wartezeitenstudie 2024 hat gezeigt, dass sich die Bedingungen für Patienten enorm verschlechtert haben“, sagt Ärztekammer-Vize Kamaleyan-Schmied.
Zu viele Patienten pro Arzt
2013 habe in Wien ein Kassenarzt im Schnitt 2.200 Patienten betreut. „Heute sind es bereits 3.100.“
Abgänge
Eine Pensionierungswelle werde die Situation verschärfen. „Ohne Gegenmaßnahmen drohen massive Versorgungslücken.“
„Neujahrsvorsatz“
Die Regierung müsse die Wartezeiten-Verkürzung ganz oben auf ihre To-do-Liste 2026 setzen


Auftraggeber: HEUTE
Methode: Online-Befragung
Zielgruppe: Wahlberechtigte ÖsterreicherInnen
Stichprobengröße: 500 Befragte
Maximale Schwankungsbreite der Ergebnisse: +/- 4,4 %
Feldarbeit: 09. bis 11. Dezember 2025



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