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Pragmaticus-Umfrage: Das Bundesheer und seine Wichtigkeit

  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit
Pragmaticus-Umfrage: Das Bundesheer und seine Wichtigkeit
Pragmaticus-Umfrage: Das Bundesheer und seine Wichtigkeit

Online-Artikel Pragmaticus



Die Österreicher glauben nicht, dass wir uns im Falle eines Angriffs verteidigen könnten. Weniger als die Hälfte glaubt, dass die Neutralität vor einem Angriff schützt, wie unsere aktuelle Bundesheer-Umfrage zeigt.


Wir leben in gefährlichen Zeiten. Zumindest empfinden das viele Österreicher so – und das, noch bevor die USA und Israel den Iran angriffen hatten: Jeder Zweite rechnet innerhalb von zehn Jahren mit Krieg auf EU-Territorium.


Wie gut ist das Land geschützt? Wie steht es mit der Neutralität? Und vor allem, wie muss sich das Bundesheer in diesen Zeiten aufstellen? In unserer aktuellen Umfrage, gehen wir der Einstellung der Österreicher zur Landesverteidigung auf den Grund. Die wichtigsten Ergebnisse:


Ergebnisse der Bundesheer-Umfrage

Trotz der Budgetnöte ist eine Mehrheit der Bevölkerung dafür, mehr Geld in die Verteidigung zu stecken, wie die aktuelle Umfrage von Unique Research im Auftrag des Pragmaticus ergab.


Ab zur Stellung

Zudem wollen die meisten Österreicher an der Wehrpflicht festhalten: 61 Prozent der Befragten würden das jetzige Modell beibehalten, lediglich 31 Prozent bevorzugen ein Berufsheer.


Oberstabswachtmeisterin?

Bei der Frage, ob auch Frauen zum Wehrdienst verpflichtet werden sollten, wie es etwa in Schweden oder Norwegen der Fall ist, sind die Österreicher gespalten – wobei die Ablehnung überwiegt. Rund 30 Prozent der befragten Männer wären dafür, aber nur zehn Prozent der Frauen.


Widerstand zwecklos?

Das Vertrauen in die aktuelle Wehrfähigkeit der Republik ist kaum ausgeprägt: Zwei-Drittel glauben nicht, dass Österreich im Falle eines russischen Angriffs lange genug verteidigen kann, bis Unterstützung kommt. Steckt dahinter ein Vertrauen auf die Neutralität als Schutz?


Raushalten ist die beste Verteidigung

Eine relative Mehrheit – 48 Prozent – glaubt, dass uns die Neutralität schützt. Dieser Auffassung sind auch 45 Prozent all jener, die nicht an Österreichs Verteidigungsfähigkeit glauben.


Na zur NATO

Die ehemals neutralen Ländern Finnland und Schweden sind in Folge des Ukraine-Kriegs zügig der NATO beigetreten. In Österreich wäre das unpopulär: 55 Prozent der Befragten sind dagegen.


Nichteingriffspakt

Die meisten Befragten – ganze 57 Prozent – sind dagegen, dass Österreich einem anderen EU-Land zu Hilfe kommt, wenn dieses angegriffen würde.


Zu Hilfe!

Hingegen erwarten sich fast Zwei-Drittel der Österreicher, dass man im Falle eines Angriffs durch Russland militärische Unterstützung von EU, NATO oder den USA erhalten würde.


An die Waffen?

Mehr als die Hälfte der Befragten – 56 Prozent – wäre nicht persönlich bereit, das Land mit der Waffe zu verteidigen. Allerdings lag dieser Anteil vor zwei Jahren noch bei 62 Prozent.


Purer Opportunismus?

Für Meinungsforscher Peter Hayek erinnert Österreichs Bekenntnis zur Landesverteidigung an die Haltung von Taufscheinchristen: „Man gehört zur Gemeinschaft, möchte aber nicht behelligt werden. Eine Mehrheit hält das Land für wenig verteidigungsfähig, erwartet aber gleichzeitig Hilfe von außen. Die muss dann schnell kommen, weil lange würde man nicht durchhalten.“ So verlasse sich Österreich weiterhin auf seine Neutralität: „Sie ist emotional bedeutsam, ihre Funktion aber ist zunehmend fraglich. Konsequenzen daraus zieht niemand. Man will Sicherheit, zweifelt an sich selbst und setzt auf andere. So sieht Opportunismus aus.“

Online-Artikel Pragmaticus



Das Bundesheer könnte das Land im Ernstfall nicht verteidigen. Dennoch wiegen sich viele Österreicher in Sicherheit – wegen der Neutralität. Warum das Heer so desolat ist, vor welchen Herausforderungen Nachrichtendienste stehen, welches Update die Sicherheitspolitik braucht und wie nützlich ein Wehrdienst für Frauen ist.


Die österreichische Landesverteidigung ist strukturell ausgehöhlt, politisch vernachlässigt und strategisch orientierungslos. Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie brüchig die sicherheitspolitischen Annahmen der letzten Jahrzehnte waren. Ohne Investitionen, klare Doktrin und stärkere europäische Einbindung bleibt Österreich im Ernstfall kaum abwehrfähig, schreibt Militärstratege Gerald Karner.


Die Neutralität bietet keinen Schutz vor den Bedrohungen des 21. Jahrhunderts. Österreichs Nachrichtendienste sind technisch leistungsfähig und international vernetzt, stoßen jedoch an rechtliche Grenzen. Warum unsere Nachrichtendienste im Zeitalter hybrider Angriffe mehr Befugnisse brauchen, erklärt Lukas Bittner.


Für viele Österreicher ist die Neutralität ein wichtiges Identitätsmerkmal. Das beruht jedoch vielfach auf Fehlannahmen. Weder bietet sie Schutz noch rechtliche Garantien – und sie ist politisch jederzeit veränderbar. Ohne militärische Substanz und strategische Einordnung verliert sie ihren praktischen Wert und bleibt vor allem ein historisch gewachsenes Deutungsmuster. Ralph Janik über Mythen und Irrtümer rund um die Neutralität.


Österreichs Neutralität entstand im Spannungsfeld des Kalten Krieges – geografisch lag das Land an einer möglichen Frontlinie zwischen NATO und Warschauer Pakt. Dass militärische Planungen beider Seiten Österreich als Durchmarschraum sahen – und im Ernstfall auch als Ziel nuklearer Einsätze –, zeigt, dass sie das Land nie geschützt hat. Konzepte wie die Raumverteidigung sollten abschrecken, erhöhten aber zugleich das Eskalationsrisiko.


Weder geografische Nähe zu Bündnisstaaten noch politische Zusicherungen bieten verlässlichen Schutz, wie das Beispiel der Ukraine zeigt. Warum uns weder die NATO noch die EU schützen und warum die Neutralität neu ausgestaltet werden muss, schreibt die Sicherheitsexpertin Elisabeth Hoffberger-Pippan.


Seit 1995 übernehmen Frauen in den israelischen Streitkräften zunehmend operative und führende Rollen, auch im Einsatz. Anpassungen bei Ausbildung und Ausrüstung haben ihre Einsatzfähigkeit erhöht und Vorbehalte relativiert. Damit stärken Frauen nicht nur die militärische Leistungsfähigkeit, sondern prägen langfristig auch Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, so Sarit Zehavi, Oberstleutnant (a.D.) der IDF.


Der Politologe Sergej Karaganow zählt zu den Hardlinern in Russland. Im Gespräch mit dem Pragmaticus gibt er Einblick, wie Eliten in Moskau die geopolitische Lage und Österreichs Position betrachten.


In Österreich wird erneut über die Wehrpflicht diskutiert und oft wird dabei auf den Zivildienst vergessen. Dieser stabilisiert aktuell Rettung, Pflege und Soziales, doch im Ernstfall fehlt es an Zivilschutzreserven. Warum der Zivildienst Teil einer umfassenden Landesverteidigung werden muss, weiß Lukas Bittner.


Pragmaticus-Umfrage zum Bundesheer

Im Falle eines Angriffs glauben die Österreicher nicht, das wir verteidigungsfähig sind. Wie steht es mit der Neutralität? Und vor allem, wie muss sich das Bundesheer in diesen Zeiten aufstellen? Unsere aktuelle Umfrage von Unique Research im Auftrag des Pragmaticus.

Pragmaticus-Umfrage: Das Bundesheer und seine Wichtigkeit
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Auftraggeber: Der Pragmaticus Verlag AG

Methode: Online-Befragung

Zielgruppe: Wahlberechtigte in Österreich

Stichprobengrößen: 800 Befragte

Maximale Schwankungsbreite der Ergebnisse: +/- 3,5%

Feldarbeit: 26. Februar 2026 bis 10. März 2026

 
 
 

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