HEUTE-Umfrage: Soll Ingrid Thurnher ORF-Generalintendantin bleiben?
- 23. März
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 24. März

Online-Artikel Heute
ZiB-Ikone Ingrid Thurnher muss als Interims-Chefin Licht ins Dunkel des ORF-Skandals bringen. Laut Umfrage will Mehrheit sie länger an Senderspitze.
Der ORF ist in seiner schwersten Krise – die Weißmann-Affäre samt öffentlicher Schlammschlacht beutelt den Küniglberg durcheinander. ZiB-Ikone Ingrid Thurnher, seit mehr als 40 Jahren für den öffentlich-rechtlichen Sender tätig und zuletzt Radiodirektorin, wurde vom Stiftungsrat beauftragt, den Staatsfunk interimistisch bis Jahresende zu leiten und im Chaos aufzuräumen.
Das Meinungsforschungsinstitut Unique Research fragte für "Heute" , was die Österreicher von ihr halten - und ob sie die 63-jährige renommierte Fernsehjournalistin auch dauerhaft für eine gute Chefin des ORF halten würden.
Thurnher selbst hat es bisher offen gelassen, ob sie sich für die Position der ORF-Generaldirektorin ab 2027 bewerben wird.
Mehrheit für Dauerlösung
Ingrid Thurnher genießt hohes Vertrauen bei der Bevölkerung. 42 Prozent wollen, dass sie dauerhaft Generalintendantin bleibt. Nur 14 Prozent sind dagegen, weiteren 39 Prozent ist das egal oder sie haben keine Präferenz. Bei den Frauen ist die Zustimmung zu Thurnher mit 43 Prozent geringfügig höher als bei den Männern (40 Prozent).
Ältere sind ganz klar für Thurnher als dauerhafte ORF-Chefin - 58 Prozent der Befragten über 60 sehen in ihr eine Ideal-Besetzung für die künftige Küniglberg-Spitze. Die Jungen (16 bis 29 Jahre) scheren sich wenig darum - 19 Prozent sind für Thurnher, 18 Prozent hätten lieber eine andere Person für die Leitung des ORF - aber 51 Prozent dieser Altersgruppe ist es egal.
"Sollte sich Ingrid Thurnher für die Generalintendanz bewerben, hätte sie eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung auf ihrer Seite", analysiert Meinungsforscher Peter Hajek. Aber: "Jedem Vierten ist es egal, wer die Person an der Spitze des ORF sein könnte."
Regierungsparteien für Thurnher
Wähler der Koalition stehen hinter Thurnher. Die Wähler der Koalitionsparteien sind eindeutig für Thurnher (SPÖ und Neos zu je 58 Prozent, ÖVP zu 55 Prozent). Am geringsten ist die Zustimmung zu ihr bei der FPÖ (26 Prozent), bei den Grün-Wählern liegt sie bei 49 Prozent.
„Besonders Wähler und Wählerinnen der Oppositionsparteien zeigen Desinteresse an der Personalentscheidung – möglicherweise weil die eigene Partei nicht daran beteiligt sein wird", sagt Hajek.
Online-Artikel Heute
ORF-Generaldirektor gesucht: Nach Weißmanns Rücktritt ist die Stelle neu ausgeschrieben. Thurnher übernimmt interimistisch. Jeder kann sich bewerben.
Nach dem plötzlichen Skandal-Abgang von Roland Weißmann hat Ingrid Thurnher (63) den ORF interimistisch übernommen. Sie soll die Vorgänge am Küniglberg aufklären und das öffentlich-rechtliche Dickschiff wieder in ruhiges Fahrwasser steuern.
Die renommierte Fernsehjournalistin genießt dabei hohes Vertrauen in der Bevölkerung. Das Meinungsforschungsinstitut Unique Research fragte für "Heute" nach, das Ergebnis ist eindeutig: 42 Prozent wollen, dass Thurnher dauerhaft Generaldirektorin bleibt.
Längst ist aber nicht sicher, dass die frühere ZIB-Ikone auch umsetzen kann, was sie sich vorgenommen hat. Denn am Freitag hat Stiftungsratsvorsitzender Heinz Lederer die Stelle des Generaldirektors für den Rest der ursprünglichen Weißmann-Funktionsperiode ausgeschrieben.
Es wird zwar erwartet, dass sich Thurnher bewirbt, aber fix ist das noch nicht. Und: Es kann sich prinzipiell jeder als neuer ORF-Boss bewerben. Bewerbungen – "Frauen sind besonders erwünscht" – sind bis 17. April 2026, 24:00 Uhr, möglich. Die Führungsentscheidung wird für den 23. April erwartet.
Wer auch immer übernimmt, darf den ORF etwa acht Monate lang leiten. Im Sommer folgt schon die Bewerbungsrunde für die nächste Funktionsperiode ab Jahreswechsel.
Was gefordert wird
Wer mit dem großzügigen Salär als Generaldirektor – Weißmann kassierte 427.500 Euro im Jahr – liebäugelt, muss sich dem Stiftungsrat erst als Personalie schmackhaft machen. Eingereicht werden muss ein aussagekräftiger Lebenslauf, ein Unternehmenskonzept für den ORF sowie ein stichhaltiges Motivationsschreiben.
Zum Generaldirektor darf nur bestellt werden, wer voll geschäftsfähig ist, eine für die Aufgaben relevante Vorbildung oder eine fünfjährige einschlägige oder hinsichtlich des Aufgabenbereichs verwandte Berufserfahrung nachweisen kann.
Alle Bewerber müssen der Bewerbung eine ausdrückliche schriftliche Erklärung beizufügen, dass keine Ausschlussgründe nach § 26 Abs 3 ORF-Gesetz vorliegen. Dazu muss auch die Unbescholtenheit über eine aktuelle Strafregisterbescheinigung nachgewiesen werden.
Geforderte besondere Kenntnisse und Fähigkeiten:
Abgeschlossenes Hochschulstudium, vorzugsweise Recht, Wirtschaft oder Medienmanagement; oder dem Studium gleichartige Berufserfahrung
Führungserfahrung eines großen Medienunternehmens
Vertiefte Kenntnisse des nationalen und internationalen Medienmarkts
Strategiekompetenz für die Weiterentwicklung des ORF sowie Verantwortung für die Unabhängigkeit des ORF
Sehr gute betriebswirtschaftliche Kenntnisse sowie Kenntnisse des Medien- und Unternehmensrechts und des ORF-Gesetzes
Sehr gute analytische Fähigkeiten, Fähigkeit zur Lösung komplexer Problemstellungen und kreative Offenheit
Hohe soziale Kompetenz, Kommunikationsstärke zur Vertretung des ORF national und international
Bewerber werden nur dann zur Bestellung zugelassen, wenn sie von einem Mitglied des Stiftungsrats am Tag der Bestellungssitzung zum Hearing nominiert und zur Bestellung vorgeschlagen werden. In erster Linie sei dabei die fachliche Eignung zu berücksichtigen, heißt es in der Ausschreibung.
Wichtiger Nachsatz: "Die Funktion des Generaldirektors bzw. der Generaldirektorin verlangt Vertrauenswürdigkeit, Unbescholtenheit und ein Verhalten, das die Glaubwürdigkeit eines öffentlich‑rechtlichen Medienunternehmens sicherstellt."
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Mehrheit ist für Thurnher als ORF-Chefin auf Dauer
Die Weißmann-Affäre samt öffentlicher Schlammschlacht beutelt den Küniglberg durcheinander. Ingrid Thurnher wurde vom Stiftungsrat beauftragt, interimistisch den Staatsfunk zu leiten. Unique Research erhob für die „Frage der Woche“, was die Österreicher von ihr halten*:
Mehrheit für Dauerlösung
Die renommierte Journalistin genießt hohes Vertrauen bei den Bürgern. 42 Prozent wollen, dass sie Generalintendantin bleibt. Nur 14 Prozent sind dagegen, weiteren 39 Prozent ist das egal oder sie haben keine Präferenz.
Koalitionsfans für sie
Die Wähler der Koalitionsparteien sind eindeutig für Thurnher (SPÖ und Neos zu je 58 Prozent, ÖVP zu 55 Prozent). Am geringsten ist die Zustimmung für sie bei der FPÖ (26 Prozent).
*500 Befragte, Schwankungsbreite ±4,4 %

Auftraggeber: HEUTE
Methode: Online-Befragung
Zielgruppe: Wahlberechtigte ÖsterreicherInnen
Stichprobengröße: 500 Befragte
Maximale Schwankungsbreite der Ergebnisse: +/- 4,4%
Feldarbeit: 16. bis 19. März 2026




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