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Profil-Umfrage: Wählertrend September 2023

Aktualisiert: 28. Sept. 2023


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Kampf um die Unzufriedenen


Hohe Inflation, Wohlstandsverluste, Wirtschaftseintrübung. Unsicherheit, wohin man blickt - die FPÖ kann derzeit nicht viel falsch machen. Herbert Kickl hat seine Partei erfolgreich als Sammelbecken der Unzufriedenen positioniert, zuerst in Hinblick auf die Corona-Politik, jetzt steht eben die Teuerung im Vordergrund, garniert mit Anti-Klimaschutz und Anti- "Wokeness". Wer nicht in dem Ausmaß von der Krisenstimmung profitieren kann, ist die zweite große Oppositionspartei SPÖ. Andreas Babler hat es bislang nicht geschafft, die anfängliche Euphorie in gute Umfragewerte zu übersetzen. Er punktet zwar bis zu einem gewissen Grad im grünen Wählerteich, jene Menschen, für die die SPÖ eigentlich Politik machen würde, nämlich Schlechterverdiener, die unter der Teuerung leiden, fühlen sich derzeit aber stärker im FPÖ-Milieu zu Hause.


Rest auf 100%: k. A., Methode: Kombination telefonische und Online-Befragung Zielgruppe: Österr. Bevölkerung ab 16 Jahren, Max. Schwankungsbreite der Ergebnisse: +3,5 Prozentpunkte, Sample: n= 800 Befragte, Feldarbeit: 11. bis 14. September 2023

 

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Der Höhenflug der Blauen erreicht neue Dimensionen, Herbert Kickl liegt in der Kanzlerfrage mit Amtsinhaber Karl Nehammer gleichauf. Die ÖVP stabilisiert sich auf niedrigem Niveau auf Platz 2. Die SPÖ kommt nicht recht vom Fleck. Die Unzufriedenheit mit der Regierung wächst.

16.09.23


Der Abstand wächst und wächst und wächst: Die FPÖ zieht den anderen Parteien davon. Sie erreicht in der großen profil-Umfrage, der ersten nach der politischen Sommerpause, mittlerweile satte 32 Prozent, das ist ein Plus von zwei Prozentpunkten (siehe Grafiken). Das wäre deutlich über dem historisch besten Wahlergebnis der FPÖ in ihrer Parteigeschichte, das sie seinerzeit im Jahr 1999 mit knapp 27 Prozent unter Jörg Haider erzielt hatte. Nun ist die FPÖ seit dem Frühjahr 2023 ungebrochen im Aufwind, der Abstand zu den anderen Parteien beträgt mittlerweile erkleckliche acht Prozentpunkte und ist damit deutlich über der Schwankungsbreite (+/- 3,7 %).


Auf dem zweiten Platz hat sich die ÖVP stabilisiert, die konstant bei 24 Prozent bleibt, aber offenbar von ihrer Sommeroffensive (Stichwort: was "normal" ist) nicht profitieren konnte. Ein Alarmzeichen für die ÖVP bedeuten die Werte der fiktiven Frage zur Bundeskanzler-Direktwahl-fiktiv, weil Kanzler in Österreich nicht direkt gewählt werden: Von einem Kanzlerbonus für Amtsinhaber Karl Nehammer ist nichts bemerkbar, der Kanzler liegt in der Kanzlerfrage mit 20 Prozent gleichauf mit FPÖ-Chef Herbert Kickl. Alle anderen Parteien liegen deutlich dahinter - der neue SPÖ-Parteichef Andreas Babler erreicht lediglich 13 Prozent.


Generell kommt die SPÖ, die sich die Rückeroberung des Kanzleramts vorgenommen hat, nicht recht voran: Im Juni, nach der turbulenten Zeit der Mitgliederbefragung und holprigen Kür von Andreas Babler zum neuen Parteichef, war sie bei 20 Prozent gelegen - nun steigt sie zwar auf 21 Prozent, der erste Platz und damit der Anspruch auf das Bundeskanzleramt liegt aber derzeit deutlich außer Reichweite.


Enttäuschend auch das Ergebnis für die Grünen: Sie sacken um zwei Prozentpunkte auf neun Prozent ab und liegen damit gleichauf mit den NEOS. Auf rund zwei Prozent kommt die KPÖ - die bei der Landtagswahl in Salzburg einen Überraschungserfolg gefeiert hatte, bei der aber noch nicht klar ist, in welcher Form (in einem Wahlbündnis oder allein) und mit welchem Spitzenkandidaten sie bei der Nationalratswahl antritt. Generell: Die Politlage kann sich verändern, wenn neue Parteien antreten - potenzielle Kandidaten wie die Bierpartei und Dominik Wlazny oder Tassilo Wallentin haben sich noch nicht deklariert.


Chancen hätte jede Protestpartei, denn die Unzufriedenheit mit der Regierung ist extrem hoch: Insgesamt sind nur 24 Prozent mit der Arbeit der ÖVP-Grünen-Koalition sehr oder eher zufrieden - mit 72 Prozent ist die große Mehrheit sehr oder eher unzufrieden. Derart hoch war die Unzufriedenheit mit einer Regierung zuletzt im Juni 2016, also nach der großen Flüchtlingskrise. Am ehesten zufrieden sind derzeit noch die ÖVP-Anhänger mit 62 Prozent - bemerkenswert hingegen der Wert der zweiten Regierungspartei: 65 Prozent der Wählerschaft der Grünen zeigen sich mit der Arbeit der Regierung sehr oder eher unzufrieden.


Die Beurteilung der wirtschaftlichen Lage fällt mit insgesamt 57 Prozent sehr oder eher gut aus.


Das absolute Top-Thema-Nummer 1, das die Bevölkerung mit hohem Abstand am meisten bewegt, ist die Teuerung. Satte 59 Prozent sagen: Darum sollte sich die Politik besonders kümmern. Mit 27 Prozent sind knapp halb so viele der Meinung, die Politik solle sich um das Gesundheitssystem kümmern. Dahinter folgt das Thema Energiekosten/Energieversorgung. Erst auf Platz vier das Thema, das einen großen Teil der politischen Debatte dominiert - Asyl und Zuwanderung. Es liegt gleichauf mit dem Thema Klimakrise.


Von all den Themen profitiert derzeit vor allem eine Partei: die FPÖ.

 


 


 



 



 


 


 


 

Erwähnungen in weiteren Medien

Online

Print

Salzburger Nachrichten

Kronen Zeitung

Oberösterreichische Nachrichten


 

Disclaimer:

Institut/Feldarbeit: Unique Research/ Jaksch & Partner/ Talk Online Panel GmbH

Zielgruppe: Wahlberechtigte ÖsterreicherInnen

Befragungsmethode: Methodenmix telefonische und Online-Befragung

Stichprobengröße: n= 800

Max. Schwankungsbreite n= 800: +/- 3,5 %

Deklarierte: n= 614

Max. Schwankungsbreite n= 614: +/- 4,0 %


Untersuchungszeitraum 11. bis 14. September 2023

Wortlaut: „Angenommen, am nächsten Sonntag wären Nationalratswahlen, welcher Partei würden Sie da Ihre Stimme geben?“ (Parteien mit Spitzenkandidaten rotierend vorgelesen)


Stichprobengrundlage: Öffentliches Telefonverzeichnis, institutseigene Datenbanken, Panel Talk Online Panel GmbH

Stichproben-Methode: vorgeschichtetes Randomverfahren

Gewichtungsverfahren: nach Geschlecht, Alter, Bildung, Bundesland und Recall NRW 2019, Geschlecht x Alter, Geschlecht x Bundesland (Quelle: Statistik Austria / BMI)

Quotenplan: nach Geschlecht, Alter, Bildung, Bezirk, Geschlecht x Alter x Bundesland, Bildung x Bundesland (Quelle: Statistik Austria)





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