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HEUTE-Umfrage: Staatsbürgerschaft bei Geburt in Österreich

Aktualisiert: 20. Jan.

Umfrage HEUTE - Staatsbürgerschaft bei Geburt in Österreich
Umfrage HEUTE - Staatsbürgerschaft bei Geburt in Österreich

Online-Artikel Heute



Soll die Geburt in Österreich ausreichen, dass man automatisch Staatsbürger ist? Diese Debatte ist wieder aufgeflammt. Die Österreicher lehnen das ab.


Die Forderung ist nicht neu: Wer in Österreich geboren wird, soll automatisch auch einen österreichischen Pass bekommen – und zwar unabhängig von der Herkunft und der Staatsbürgerschaft der Eltern. Zuletzt hatte Migrationsforscherin Judith Kohlenberger von der WU Wien die Diskussion darüber wieder befeuert. Eines ihrer Argumente: Immer mehr Menschen in Österreich seien vom demokratischen Prozess ausgeschlossen, obwohl sie hier leben und Steuern zahlen.


Große "Heute"-Umfrage

Aber was sagt die Bevölkerung dazu? Das hat "Unique Research" für "Heute" 500 wahlberechtigte Österreicher ab 16 Jahren gefragt (online vom 13. bis 16. Oktober, maximale Schwankungsbreite ±4,4 Prozent). Das sind die – doch eindeutigen – Ergebnisse:


54 Prozent gegen Erleichterungen

Während 54 Prozent den Vorschlag mehr oder weniger stark ablehnen, können sich 24 Prozent damit anfreunden. 19 Prozent der Befragten sind unentschlossen.


Mehrheit bei Grünen und SPÖ

Bei Wählern der Öko-Partei sind 46 Prozent für den automatischen Pass-Erhalt und 39 Prozent dagegen. Bei SPÖ-Anhängern beträgt das Ergebnis 43 Prozent zu 32 Prozent.


Neos-Wähler gespalten

Die Fans der Neos sind zu 29 Prozent für den Vorschlag. 32 Prozent lehnen ihn ab. Damit liegen diese Werte innerhalb der Schwankungsbreite.


Klare Ablehnung bei FPÖ und ÖVP

Ganz anders bei W'ählern der FPÖ und ÖVP. Nur elf Prozent der freiheitlichen Sympathisanten sprechen sich für diese Lockerung der Pass-Vergabe aus. Auch bei ÖVP-Wählern sind die Befürworter mit 18 Prozent klar in der Minderheit.


Nur Junge mehrheitlich dafür

Bei den 16- bis 29-Jährigen überwiegen die Befürworter mit 43 Prozent zu 31 Prozent deutlich. In den anderen Altersgruppen liegt die Ablehnung dagegen jeweils bei fast 60 Prozent.


Kaum Geschlechter-Unterschied

Männer und Frauen können sich nur zu 24 Prozent beziehungsweise 23 Prozent für die Idee begeistern. Bei Männern ist aber der Anteil der Gegner mit 57 Prozent stärker ausgeprägt als bei weiblichen Befragten (51 Prozent).


Maturanten freigiebiger

Während Befragte mit Matura zu 30 Prozent für Erleichterungen sind, sind es bei Personen ohne Matura nur 21 Prozent. Der Anteil der Gegner liegt bei Maturanten mit 48 Prozent niedriger (ohne Matura: 57 Prozent).


Meinungsforscher: "Skepsis der Bevölkerung verwundert nicht"

"Die Skepsis der Bevölkerung bei diesem Thema verwundert nicht. Die Erreichung der Staatsbürgerschaft wird seit langer Zeit von Bevölkerung und Staat restriktiv ausgelegt", erklärt Meinungsforscher und Politik-Experte Peter Hajek im "Heute"-Gespäch. Auch bei Mitte-Links-Parteien wie SPÖ und Grünen gebe es nur einen leicht positiven Überhang.


"Klassische Links-Rechts-Achse"

"Anhand dieses Themas lässt sich sehr schön die klassische politische Links-Rechts-Achse nachzeichnen. Auffallend ist, dass die unter 30-Jährigen signifikant mehr Verständnis für eine Staatsbürgerschaft qua Geburtsort haben", so der Experte weiter.


Die Staatsbürgerschaft ist und wird sicher kein Automatismus.


Klares Nein von Integrationsministerin

Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) hatte der Forderung bereits eine klare Absage erteilt: "Die Staatsbürgerschaft ist und wird sicher kein Automatismus. Die österreichische Staatsbürgerschaft kann nur der letzte Schritt gelungener Integration sein." Wer Österreicher werden wolle, müsse die Sprache beherrschen, unsere Regeln und Werte leben und mit Arbeit und Engagement zu unserem Zusammenleben beitragen. "Deshalb haben wir uns im Regierungsprogramm darauf geeinigt, die Kriterien weiter nachzuschärfen, insbesondere bei den Deutschkenntnissen sowie den Werten und Regeln des Zusammenlebens".


Keine Gefahr für die Demokratie

Eine Gefahr für die Demokratie, wie sie eben Migrationsforscherin Kohlenberger für ihre Forderung ins Treffen führt, sieht Plakolm nicht: "Es ist die Verantwortung der Eltern, die Staatsbürgerschaft zu beantragen, wenn sie hier leben wollen. Es gibt ja extra die Möglichkeit für Kinder einen erleichterten Antrag, der übrigens auch nur ein Fünftel der Erwachsenen-Staatsbürgerschaft kostet, zu stellen."


Print-Artikel Heute


Ausländer-Babys ab der Geburt Österreicher: Mehrheit dagegen


Die Forderung ist nicht neu: Wer in Österreich geboren wird, soll automatisch einen Austro-Pass bekommen, unabhängig von Herkunft und Staatsbürgerschaft der Eltern. Zuletzt hatte Migrationsforscherin Kohlenberger die Diskussion darüber wieder befeuert. Aber was sagt die Bevölkerung dazu? Das hat „Unique Research“ für „Heute“ 500 Österreicher gefragt:


54 % gegen Forderung Während 54 % den Vorschlag ablehnen, können sich 24 % damit anfreunden. 19 % sind unentschlossen.


Mehrheit bei Grünen und SPÖ

Bei der Öko-Partei sind 46 % für den automatischen Pass-Erhalt und 39 % dagegen. Bei SPÖ-Wählern beträgt das Ergebnis 43 % zu 32 %.


Klare Ablehnung bei FPÖ und ÖVP

Lediglich 11 % der blauen Fans wollen diese Lockerung der Pass-Vergabe, bei ÖVP-Wählern sind es auch nur 18 %.


Nur Junge mehrheitlich dafür

Bei den 16 bis 29-Jährigen überwiegen die Befürworter mit 43 % zu 31 %. In den anderen Altersgruppen liegt die Ablehnung bei fast 60 %.


Kaum Geschlechter-Unterschied

Männer und Frauen können sich nur zu 24 % bzw. 23 % für die Idee begeistern


Online-Artikel


Automatischer Pass für Ausländer-Babys? Mehrheit der Österreicher sagt Nein


Soll die Geburt in Österreich gleich die Staatsbürgerschaft bedeuten? Eine neue Umfrage zeigt: Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt das klar ab. Besonders deutlich ist die Ablehnung bei ÖVP- und FPÖ-Wählern, Zustimmung kommt fast nur von den Jüngsten.


Die Debatte um den „Pass per Geburt“ flammt regelmäßig auf – jetzt ist sie wieder in vollem Gange. Ausgelöst durch Aussagen der Migrationsforscherin Judith Kohlenberger wird erneut darüber diskutiert, ob Kinder ausländischer Eltern automatisch die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten sollen. Doch eine aktuelle Umfrage zeigt: Die Bevölkerung bleibt skeptisch. Und das über fast alle Parteigrenzen hinweg.


Klare Mehrheit gegen automatischen Staatsbürgerschafts-Pass

Reicht die Geburt in Österreich aus, um automatisch die Staatsbürgerschaft zu erhalten? Laut einer Umfrage von „Unique Research“ im Auftrag der Tageszeitung Heute lehnt eine klare Mehrheit diese Idee ab. Befragt wurden 500 wahlberechtigte Österreicher ab 16 Jahren zwischen dem 13. und dem 16. Oktober. Die maximale Schwankungsbreite liegt bei ±4,4 Prozent.


Das Ergebnis ist eindeutig: 54 Prozent der Befragten lehnen Erleichterungen bei der Vergabe der Staatsbürgerschaft ab. Nur 24 Prozent können sich mit dem Vorschlag anfreunden, 19 Prozent sind unentschlossen.


Parteigrenzen zeigen klare Fronten

Ein Blick auf die einzelnen Wählergruppen offenbart deutliche Unterschiede. So sprechen sich 46 Prozent der Grünen-Wähler für einen automatischen Pass aus, 39 Prozent dagegen. Auch bei der SPÖ gibt es mit 43 Prozent Befürwortern und 32 Prozent Gegnern einen leichten Überhang zugunsten dieser Idee.


Bei FPÖ und ÖVP fällt das Ergebnis ganz anders aus. Nur elf Prozent der FPÖ-Wähler befürworten eine Lockerung der Pass-Vergabe. Auch bei den ÖVP-Wählern liegt die Zustimmung mit 18 Prozent klar unter der Hälfte.


Bei den NEOS sind die Meinungen gespalten: 29 Prozent sind dafür, 32 Prozent dagegen – die Werte liegen innerhalb der statistischen Schwankungsbreite.


Nur die Jungen sagen mehrheitlich Ja

Besonders auffällig ist der Vergleich der Altersgruppen. In der Gruppe der 16- bis 29-Jährigen überwiegt mit 43 zu 31 Prozent erstmals die Zustimmung. In allen anderen Altersgruppen liegt die Ablehnung hingegen bei fast 60 Prozent.


Große Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es kaum. 24 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen können sich für die Idee begeistern. Allerdings ist der Widerstand bei Männern mit 57 Prozent stärker ausgeprägt als bei Frauen mit 51 Prozent.


Auch der Bildungsgrad spielt eine Rolle: Befragte mit Matura sind zu 30 Prozent für Erleichterungen, bei Personen ohne Matura sind es nur 21 Prozent. Der Anteil der Gegner ist bei Maturanten mit 48 Prozent niedriger als bei Personen ohne Matura (57 Prozent).


Meinungsforscher: Skepsis „verwundert nicht“

Der Meinungsforscher und Politik-Experte Peter Hajek zeigt sich wenig überrascht: „Die Skepsis der Bevölkerung bei diesem Thema verwundert nicht. Die Erreichung der Staatsbürgerschaft wird seit langer Zeit von Bevölkerung und Staat restriktiv ausgelegt“, erklärt er gegenüber Heute.


Das Thema zeichne zudem die klassische politische Links-Rechts-Achse nach. Auffallend sei jedoch, dass die unter 30-Jährigen „signifikant mehr Verständnis für eine Staatsbürgerschaft qua Geburtsort haben“.


Regierung bleibt hart: Kein Automatismus

Auch aus der Politik kommt eine klare Absage. Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) betonte: „Die Staatsbürgerschaft ist und wird sicher kein Automatismus. Die österreichische Staatsbürgerschaft kann nur der letzte Schritt gelungener Integration sein.“


Wer Österreicher werden wolle, müsse die Sprache beherrschen, Regeln und Werte leben und durch Arbeit und Engagement zum Zusammenleben beitragen. Deshalb habe man sich im Regierungsprogramm darauf geeinigt, die Kriterien weiter nachzuschärfen, insbesondere was Deutschkenntnisse sowie Werte und Regeln betrifft.


Eine Gefahr für die Demokratie sieht die Ministerin nicht. Es sei Aufgabe der Eltern, die Staatsbürgerschaft für ihre Kinder zu beantragen. Dafür gibt es einen erleichterten Antrag, der nur ein Fünftel der Kosten eines Erwachsenen-Antrags beträgt.

Erwähnungen in weiteren Medien

Online


Umfrage HEUTE - Staatsbürgerschaft bei Geburt in Österreich
Umfrage HEUTE - Staatsbürgerschaft bei Geburt in Österreich

Auftraggeber: HEUTE

Methode: Online-Befragung

Zielgruppe: Wahlberechtigte ÖsterreicherInnen

Stichprobengröße: 500 Befragte

Maximale Schwankungsbreite der Ergebnisse: +/- 4,4 %

Feldarbeit: 13. bis 16. Oktober 2025

 
 
 

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